Offener Brief: schlechte Arbeitsbedingungen offenlegen

Kritik archaeologie

Kuschen hilft nicht!

Wir haben uns für einen kleinen offenen Brief entschieden, um das Thema Arbeitsbedingungen und schwierige interne Beziehung anzuschneiden.

Liebe Archäologinnen und Archäologen,

Missstände, rund um archäologische Jobs müssen dringend angesprochen werden und fachintern bekannt sein (auch über die eigene Behördengrenze hinweg).

Es geht nicht um kleine Streitereien, sondern um größere Themen. Oft sind diese Missstände groteske Kombinationen aus Unfähigkeit, schlechter Wirtschaft, ungünstiger Stellenbesetzung, fehlendem Geld etc.

Ändern lässt sich nur Etwas, wenn Kommunikation und Vernetzung stattfindet.

Missstände bleiben oft intern in einer Behörde/ Unternehmen, denn der der sich traut diese anzusprechen kann in vielen Fällen damit rechnen, dass die eigene berufliche Laufbahn beendet wird. Dieses angsbehaftete Verständnis der Arbeitswelt scheint auf den ersten Blick verständlich- hilft aber leider nicht! Problematiken nicht anzusprechen und stillschweigend hinzunehmen führt zu einem nie endenwollenden Kreislauf  und tatsächlich hat Niemand irgendwas davon.

In manchen Bundesländern sind durch Fehlbesetzungen an hohen Stellen nicht nur ein paar sondern erschreckende viele Bodendenkmäler durch Baggerschaufeln zerstört ( ohne archäologische Begleitung, versteht sich) und so manche Siedlung oder Gräberfeld einem Golfplatz o.ä. gewichen ( auch natürlich ohne archäologische Begleitung /Dokumentation). Entweder wird Kulturgut zerstört und / oder eine tatsächliche wissenschaftliche Arbeit ist kaum möglich bzw. wird unnötig erschwert.

Nein, dass ist Alles nicht neu. Ja, es gibt immer irgendwie Mittel und Wege trotzdem einigermaßen vernünftig arbeiten zu können.

Wir sollten uns aber die Frage nach der Zukunft dieses Fachbereichs stellen und lösungsorientiert Problematiken und Missstände zumindest versuchen zu verbessern.

NEIN zu schlechten Arbeitsbedingungen und JA zur Kommunikation!

Wissenschaft lebt von Austausch und nicht von Konkurrenz.

ein wunderbaren Anfang macht dieser ehrliche Artikel zum Thema Grabungsfirmen in Bayern!

Genauso sind viele Archäologinnen und Archäologen in Baden-Württemberg inzwischen Mitglieder von ver.di. und gerne bereit als Ansprechpartner  bei der Erarbeitung und Umsetzung neuer Konzepte. Sie haben ein erstes ver.di-Memorandum zur Guten Arbeit in der Denkmalpflege erstellt.

Das Chartered Institute for Archaeologists (CIfA)  ist ein einflussreicher britischer Archäologen und Archäologinnen Verband, der sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat verbindliche Standards in Ausbildung von (Feld- Arbeit) zu setzen und zu etablieren. Mitglied werden kann man auch von Deutschland aus und den Verband hier ebenfalls unterstützen.

Mehr davon!

Liebe Grüße,

Die Anarchäologen

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